Audio-Psycho-Phonologie

Mancher kennt vielleicht folgende Situation: Man will jemandem aufmerksam zuhören und stellt schnell fest, dass die gesprochenen Worte nicht gut zu verstehen sind oder die Rede ermüdet. Man wird unkonzentriert, läßt sich ablenken und ist, falls der Text wichtig war, hinterher frustriert, nichts mitbekommen zu haben.

Wenn es sich um eine wichtige Ansprache handelt, der man eigentlich zuhören wollte, liegt dem eine Störung in der Wahrnehmung des Gesagten zu Grunde. Passiert diese Situation in der Schule einem Schüler, dann ist die Unterrichts-stunde für ihn nicht nur ermüdend, sondern er hat selbst bei großem Engagement keine Chance dem Unterrichtsinhalt zu folgen und ihn zu verstehen. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich die Audio­Psycho­Phonologie (APP).

Was ist darunter zu verstehen?

Die APP beschäftigt sich mit der Hörwahrnehmung. Der Ton, der vom Ohr aufgefangen wird (Audio) wird durch Nervenimpulse zum Horchzentrum im Gehirn geleitet und dort analysiert (Psycho). Darauf erfolgt die Mitteilung an das Sprachzentrum im Gehirn, den Ton z.B. als Buchstaben zu merken und in der Kommunikation als Sprache oder Schrift wieder zu geben Dieses Wissen verdanken wir Prof. Dr. Alfred Tomatis. Es hat sein Leben lang diese Zusammen-hänge erforscht und beschäftigte sich sowohl mit der Bedeutung des vorgeburtlichen Hörens als auch mit der Verarbeitung der verschiedenen Tonfrequenzen im Gehirn und deren Aus diesen Forschungen hat er drei Gesetzmäßigkeiten (die drei Tomatisgesetze) formuliert:

Die Stimme kann nur die Töne wiedergeben, die das Ohr hört. Gibt man dem Ohr die Möglichkeit, die Töne, die nicht mehr oder nicht gut wahrgenommen werden, wieder korrekt zu hören, so treten diese augenblicklich und unbewußt wieder in der Stimme in Erscheinung Erfolgt diese akustische Stimulation über einen längeren Zeitraum (Horchtraining), die Tonfrequenzen, für die vorher eine Wahrnehmungsstörung vorlag, wieder genau gehört und auch in der Sprache genau wieder gegeben. Ist die Hörverarbeitung für einzelne Frequenzbereiche gestört, kommt es nicht nur zu Kommunikationsstörungen, sondern auch zu Verhaltensauffälligkeiten, Ängstlichkeit, emotionaler Hemmung und Aggressivität bis zu autistischem Verhalten. Verwirrung in der Wahrnehmung durch Hörverarbeitungsfehler wird oft nicht bewußt empfunden. Sie drückt sich in Lernproblemen, Missverständnissen in der Kommunikation, Erschöpfung und Energielosigkeit aus. Die Behandlung kann vom Säuglings­ bis ins Seniorenalter erfolgen. Nach einen ersten Horchtest wird der Ablauf des Horchtrainings für jede Person individuell festgelegt. Die während des Trainings wiederholten Kontrollen des Horchtestes zeigen, wie sich die anfänglichen Wahrnehmungsstörungen vermindern oder ganz auflösen. So dass eine effektive Verlaufskontrolle vorliegt.

Ich führe das Horchtraining nach den Kriterien durch, die im Horchzentrum „Atlantis“ in Sint Treuden (Belgien) vermittelt und gelehrt werden.

Folgende Anwendungen der APP sind möglich

– Probleme in der Grob­ und Feinmotorik

– Koordinationsstörungen

– verzögerte Sprachentwicklung

– Lese­Rechtschreib­Schwäche

– Konzentrations­ und Aufmerksamkeitsschwäche

– psychosomatische Beschwerden

– Stimmverbesserung bei Erziehern, Rednern, Sängern

– Steigerung der Kommunikationsfähigkeit

– Aphonie (Verlust der Stimme)

– Heiserkeit, Stimmermüdung

– Unterstützung beim Erlernen von Fremdsprachen

– Gleichgewichtsstörungen (Meniere)

– innere Unruhe, Ängste

– Burnout­Syndrom, Stress

– Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, des mündlichen und schriftlichen Ausdrucks

– Unterstützung bei dem Erlernen von Fremdsprachen